Radiobeobachtung Fragment (H) des Kometen

Shoemaker-Levy 9 vom 18.07.1994

 

Am 18. Juli 1994 wurde wie diese Tage üblich mit dem Amateur-Radioteleskop "Ricken Süd" (Parabolantenne mit 10m Durchmesser) der Planet Jupiter ab 14:30 Uhr MESZ automatisch verfolgt und radioelektrisch beobachtet auf der Wellenlänge 70cm (432 MHz). Das Signal zeigte außer Gewitterspikes bis etwa 22:00 Uhr Sommerzeit keine besonderen Ereignisse. Um etwa 21:06 Uhr stieg das Radiosignal deutlich erkennbar an, um nach etwa 30 Minuten wieder auf Normalpegel zurückzukehren. Unten abgebildet ist die Aufzeichnung des Amateur-Radioteleskops "Ricken Süd" von Léon Kälin Ermenswil, wobei die Abszisse die Zeit in Stunden MESZ anzeigt. Die Ordinate zeigt die registrierte Radiometerspannung des am PC angeschlossenen Digitalmultimeters in Volt. Die Registrierung hat eine zeitliche Auflösung von etwa 0,3 Sekunden. Die Integrationszeit nach dem multiplizierenden Demodulator beträgt hier 0,68 Sekunden. Um etwa 21:28 Uhr wurde der LNA (GaAs-FET low noise amplifier) durch Abschalten der Versorgungsspannung (negativer Impuls von -3Volt) geprüft (Plausibilitätstest). Die Übereinstimmung mit den optischen Beobachtungen konnte bis dato nicht verifiziert werden. Da in Europa nur sehr wenige Amateure und wohl auch wenige Profis Radiobeobachtungen durchführen, konnte noch keine Korrelation durchgeführt werden. Interessant in diesem Zusammenhang währen besonders Messungen auf anderen (tieferen) Frequenzen bzw. größeren Wellenlängen.

Die (Amateur-) Radioastronomie ist bezüglich der Wetterabhängigkeit deutlich privilegiert, spielt es doch keine Rolle, ob Wolken oder leichter Regen den Stern- und Planetenhimmel verdecken. Mit dem Radioteleskop kann auch problemlos während 24 Stunden beobachtet werden, weil Sonnenstrahlung die Beobachtung nur beeinflußt, wenn sie (die Sonne) direkt in die Antenne scheint. Doch auch die Radiobeobachtung ist nicht ungetrübt, können doch Gewitter und andere elektrische Entladungen die Empfangsqualität signifikant beeinflussen.